
Foto: Julian Baumann
Philipp Lahm galt lange als brav und langweilig. Jetzt ist er Deutschlands mächtigster Fußballer. Ein Gespräch über Erfolg im Beruf.
Philipp, bist du ein Streber?
Wieso?
Du kommst nie zu spät zum Training. Hast nie eine rote Karte bekommen …
… ich stand noch nicht einmal kurz davor …
… du engagierst dich gegen Autoraser. Dein Buch handelt nicht davon, wie toll du bist, sondern ist eine Anleitung zum Erfolgreichsein.
Wenn mir etwas Spaß macht und ich hinter einer Sache stehe, dann bin ich diszipliniert und lernwillig. Wenn das für euch einen Streber charakterisiert, dann bin ich ein Streber.
In jedem Büro gibt es unterschiedliche Typen: den faulen Sack, den Clown, den Chefliebling. Was wärst du?
Stellt ihr nur diese Kategorien zur Auswahl? Dann wohl der Chefliebling. Aber ich bin kein Duckmäuser. Ich kann für Chefs durchaus anstrengend sein, weil ich immer meine Meinung sage. Mache ich ja auch in meinem Buch.
In deinem Buch »Der feine Unterschied« betonst du, wie wichtig Disziplin sei. Sind Fußballprofis langweiliger als noch vor zwanzig Jahren, als sie Porsche fuhren, heimlich in Bordellen feierten und schmierige Berater finanzierten?
Mein Leben ist nicht langweilig. Ich bin auch nicht langweilig. Es gehört aber heutzutage viel dazu, Fußballprofizu werden. Du musst mit Medien umgehen, mit Fans und deinen Fitnesswerten. Unsinn zu treiben, kann sich ein ernsthafter Profiheute nicht mehr erlauben.
